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Logbucheintrag #12: Hitzewarnung auf hoher See und drei verzweifelte Flaschenposten


Datum: Die Sonne brennt auf Deck und selbst die Möwen suchen Schatten. Ahoi Sommer!

Position: Zwischen dem grossen Waldmeer, schattigen Pfaden und dem kühlen Heimathafen

Wetter: Hundewetter? Von wegen! Über 30 Grad, kaum Wind in den Segeln und selbst die Schiffszwiebacke schwitzen


Ahoi, ihr Landratten und treuen Matrosen!

Was für ein Wetter! Seit Tagen klettert das Thermometer höher und höher. Die Sonne feuert aus allen Kanonen und selbst gestandene Seebären geraten langsam ins Hecheln.

Mich erreichen reihenweise Flaschenposten mit Hilferufen von verzweifelten Matrosen und Matrosinnen, die auf ihren Landgängen ordentlich ins Schwitzen geraten.

Eine Kapitänin wie ich eine bin, rückt da natürlich sofort die Kapitänsmütze zurecht, spannt die Ohren und macht sich an die Arbeit.

Schliesslich lässt man seine Crew nicht im Sturm, oder in diesem Fall in der Hitzewelle, zurück.


Flaschenpost von Matrose Willi: Das grüne Ungeheuer

Als Erste erreichte mich eine höchst besorgniserregende Nachricht von Matrose Willi.

Willi berichtete, dass er gerne in einen wunderbar duftenden See springen würde.

Das Wasser sei herrlich grün, schaumig und rieche wie ein Festmahl für erfahrene Seefahrer.

Doch jedes Mal, wenn er zum Sprung ansetzt, wirft sich sein Mensch mit dramatischer Entschlossenheit dazwischen. Willi war ausser sich.

„Kapitänin Thalia! Meutert mein Mensch?“ Nun, lieber Willi.

Nach eingehender Untersuchung deiner Flaschenpost komme ich zu folgendem Schluss: Dein Mensch ist keineswegs meuterig, im Gegenteil.

Er hat vermutlich Bekanntschaft mit dem gefürchteten Seeungeheuer der Hundewelt gemacht: Den Blaualgen.


Diese Biester mögen harmlos aussehen, doch sie sind hochgiftig für uns vierbeinige Kapitäne. Also danke deinem Menschen und steuere lieber einen kühlen Bach oder einen sicheren Hafen an. Nicht alles, was köstlich riecht, gehört auch in den Hundemagen.


Flaschenpost von Matrosin Mila: Die Meisterin des Nichtstuns

Die nächste Flaschenpost erreichte mich von Matrosin Mila.

Diese berichtete voller Stolz, dass sie den ganzen Tag im Schatten döst und dabei ihren Bauch der frischen Brise entgegenstreckt. Doch ihr Mensch scheint davon wenig begeistert zu sein.

Ständig tauchen Suchspiele, Leckerli und allerlei Beschäftigungen auf Deck auf.

Liebe Mila, hier spricht eine erfahrene Kapitänin.

Bei dieser Hitze musst du nicht jede Herausforderung annehmen.

Nasenarbeit ist wunderbar. Aber auch anstrengend. Manchmal ist Nichtstun eine Kunst für sich und Faulenzen eine Höchstleistung.

Ich selbst habe in den letzten Tagen ein wahres Meisterwerk des Dösens vollbracht.

Ich denke sogar darüber nach, eine Akademie für professionelles Herumliegen zu eröffnen.

Flaschenpost von Matrosin Lotta: Die Ballkrise

Dann erreichte mich ein Notruf höchster Stufe. Matrosin Lotta meldete Sturmwarnung.

Ihr heiss geliebter Ball sei seit Tagen verschwunden. Nicht geklaut. Nicht versenkt.

Nicht von Möwen entführt. Nein.

Der Mensch hatte beschlossen, ihn nicht mehr mit auf Landgang zu nehmen.

Skandal! Ein Fall für den Hohen Hunderat!

Doch nach reiflicher Überlegung musste ich feststellen: Der Mensch handelte klug.

Hetzspiele und wilde Sprints gehören bei solchen Temperaturen nicht auf Deck.

Auch wir Hunde können überhitzen. Also, liebe Lotta:

Keine Sorge, die Bälle werden wiederkommen.

Und bis dahin kann man wunderbar die Kunst des gepflegten Faulenzens studieren.


Kurzbilanz fürs Logbuch und zukünftige Kapitäne

Nun, da alle Flaschenposten beantwortet sind, kann ich endlich von meinen eigenen Abenteuern berichten. Wie bereits erwähnt: Es ist heiss. Sehr heiss.

Deshalb verlassen wir den Heimathafen inzwischen bereits im Morgengrauen.

Noch bevor die Sonne ihre Kanonen geladen hat.

Wenn wir Matrosenschule geben, steuern wir das grosse Waldmeer an.

Dort ist es angenehm schattig und die Brise trägt den Duft von Moos, Erde und tausend spannenden Geschichten mit sich. Und ich?

Nun ...ich döse. Ausgiebig und mit voller Hingabe.

Zwischendurch gab es Hundeglace, ein paar gemütliche Erkundungen und viele Pausen im kühlen Heimathafen. Viel mehr muss man bei diesem Wetter auch gar nicht machen.

Denn eine erfahrene Kapitänin weiss: Nicht jeder Tag braucht grosse Abenteuer.

Manchmal reicht es vollkommen, gemeinsam im Schatten zu liegen, ein wenig zu schnarchen und auf kühlere Zeiten zu warten.


Also, liebe Matrosen: Bleibt im Schatten.

Trinkt genug und schaltet einen Gang herunter.

Denn bei dieser Hitze hetzt man keinen Hund vor die Kajüte.


Eure Kapitänin Thalia 🐾⚓🏴‍☠️

P.S.: Wer mich sucht, findet mich vermutlich auf der Backbordseite des Sofas. Dort liegt nämlich der kühlste Platz des gesamten Schiffes.


 
 

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