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Logbucheintrag #8: Raketen auf Pfoten

Datum: November, zwischen gruseligen Kürbissen und Hunde-Weihnachtskeksen im Übermass

Position: Kommandobrücke mit phänomenaler Aussicht auf den Esstisch

Wetter: Zeit, den Hundewintermantel zu entstauben – nur für alle Fälle, Bordwind kalt

Ahoi! Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich rufen: „Hoch die Pfoten, die Weihnachtssaison bricht herein!“ Bevor wir jedoch volle Fahrt voraus auf die leckersten Wochen des Jahres steuern, muss erst dieser Logbucheintrag ins Bordbuch getackert werden.


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Stürmische Tage und kalte Winde

Also, November. Die Tage werden kürzer, kälter, und die Landratten – pardon, Menschen – brauchen doppelte Anstrengung, um uns Hunde für Landgang klarzumachen. Schal gesucht, Mütze aufgesetzt, Taschenlampe – wo war die nochmal? Leuchthalsband aufladen vergessen – wie immer. Nach gefühlten Ewigkeiten und mindestens zwei tiefen Hundeseufzern hat der Kapitän es dann endlich geschafft, das Heimatschiff zu verlassen.


Dann geht’s los wie ein Rudel Kanonenkugeln. Wir Hunde stürmen das Deck, die Pfoten trommeln auf das Plankenholz, die Energie kocht: „Los, los, wir erobern Land und Wald!“ Doch halt – Leckerli-Befehl von der Kommandobrücke: Sitz und warten, bis die Landratten endlich die Bugtür passiert haben. Waaaarte… LOS! Zack, und wir jagen voraus, durch Laub, Wind und Schlamm, die Ruten wie Flaggen im Sturm.


Tipps von der Kapitänin:

Geduld und vorausschauendes Denken sind das A und O. Alles bereit legen: Leuchthalsband geladen, Hundebeutel eingesteckt, Leine griffbereit – bevor das Signal zum Ablegen ertönt. Du gibst das Tempo vor, schon bevor die Pfoten die Planken verlassen. Und wenn wir dennoch gefühlt schon fast abheben vor lauter Freude oder durch die Tür ein halbes Loch gekratzt haben, gedulde dich, bis unsere Zündschnur etwas abgekühlt ist. Energie ist unser Kompass. Wir spüren alles: Nervosität, Freude, Ärger – wie Sturm oder Flaute auf hoher See. Halte die Energie ruhig, wir folgen dir wie ein Rudel treuer Matrosen wenn wir es mit dir ganz oft üben durften. Übung macht den Meisterkapitän – kein Hundemeister fällt vom Himmel.

Luxus auf der Kommandobrücke der Hunde-Grosseltern

Bei meinen Hunde-Grosseltern ist es wie auf einem Luxus-Kreuzer. Tilla, meine erfahrene Vierbeiner-Kameradin, ist oft mit von der Partie und hat mir zu Beginn viele Unsicherheiten vor unbekannten Gewässern genommen. In den Wintermonaten darf ich auch mal öfter auf dem Luxus-Kreuzer einchecken. Wir werden königlich verwöhnt: unzählige Hundekekse, ausgedehnte Waldpatrouillen, eine Ladung Streicheleinheiten so gross wie ein Frachtschiff, und wer besonders lieb in die Kombüse schleicht, ergattert sogar noch einen kleinen Snack. Ein wahres Schlaraffenland für Pfotenpiraten wie uns.


Freiheit auf Landgang Natürlich sind die Regeln bei meinen Hunde-Grosseltern etwas anders, als bei mir auf dem Heimatschiff. Wenn Viola dabei ist, habe ich inzwischen viel Freiheit. Die Leine kommt meist nur bei Hundebegegnungen oder unsicheren Gewässern zum Einsatz. Freifolge ohne Leine? Volle Fahrt voraus. Für mich ist es essenziell, bei meiner Crew zu bleiben – selbst bei zehn Metern Abstand. Wir halten Sichtkontakt wie eine gut eingespielte Schiffsbesatzung. Ich warte geduldig, bleibe auf Kurs, ohne grosse Kommandos.


Die Leine ist natürlich ein grossartiges Hilfsmittel. Nur weil ein Hund an der Leine geführt wird, heisst das nicht, dass er schlecht erzogen ist. Sie ist wie ein Tau am Mast: ein Werkzeug, das sicher und sinnvoll eingesetzt wird, um uns zu schützen und die Fahrt angenehm zu gestalten. Mit ihr kann man uns sicher durch unsichere Gewässer steuern – nichts weiter. Denn es gibt auch bei mir noch Tage, wo ich etwas mehr unterstützt werden muss.


Und nun ist der Kurs weiter auf Abenteuer und natürlich die schönste Zeit des Jahres gesetzt , Leinen los – Dezember wir kommen!


Deine Kapitänin Thalia 🐾⚓


 
 
 

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