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Wenn die Junghundezeit anstrengender wird als gedacht

Hinweis: Jeder Hund ist einzigartig. Deshalb sind auch die Inhalte dieses Artikels bewusst allgemein gehalten und sollen eine erste Orientierung bieten. Nicht jeder Tipp passt zu jedem Mensch-Hund-Team. Die Inhalte spiegeln meine persönliche Erfahrung sowie meine Trainingsphilosophie wider und ersetzen keine individuelle Beratung oder tierärztliche Abklärung.

Über Pubertät, Frust und die Geduld am anderen Ende der Leine

Vielleicht hast du dir vorher gedacht: Natürlich wird ein junger Hund Arbeit machen. Das gehört dazu. Und dann kommt irgendwann der Moment, in dem du denkst:

„Ich wusste, dass es anstrengend wird. Aber SO anstrengend?“


Dinge, die schon ziemlich gut funktioniert haben, brauchen plötzlich wieder mehr Aufmerksamkeit. Dein Hund wird selbstständiger, die Umwelt spannender und du hast manchmal das Gefühl, dass über gewisse Dinge neuerdings Verhandlungsbedarf besteht, von dem vorher niemand gesprochen hat.

Ganz ehrlich? Es darf Tage geben, an denen du deinen Hund liebst und ihn gleichzeitig gerne kurz auf den Mond schiessen würdest.

Wir sind schliesslich auch nur Menschen.


Pubertät ist keine Erklärung für alles

Die Junghundezeit läuft nicht bei jedem Hund gleich ab. Es gibt Hinweise darauf, dass sich während der Adoleszenz beispielsweise die Ansprechbarkeit gegenüber der Bezugsperson vorübergehend verändern kann. Gleichzeitig zeigen Studien auch, dass sich einzelne Verhaltensweisen je nach Hund unterschiedlich entwickeln.


Deshalb wäre es zu einfach, jedes neue oder schwierige Verhalten mit „Das ist halt die Pubertät“ abzuhaken.

Rasse und genetischer Hintergrund können ebenso eine Rolle spielen wie Charakter, bisherige Erfahrungen, Umwelt und natürlich der individuelle Entwicklungsstand. Selbst innerhalb derselben Altersgruppe können zwei Junghunde ziemlich unterschiedliche Baustellen mitbringen.


Manchmal hilft es deshalb, nicht nur den Hund anzuschauen, sondern auch die eigenen Erwartungen.

Vielleicht muss mit zwölf Monaten noch nicht alles perfekt funktionieren. Vielleicht braucht etwas länger als gedacht. Und vielleicht bedeutet ein schwieriger Tag nicht automatisch, dass die Arbeit der letzten Monate umsonst war.


In der Theorie sind wir alle wahnsinnig konsequent

Konsequenz klingt auf dem Papier herrlich unkompliziert.

Man entscheidet, was einem wichtig ist, bleibt klar und zieht es zuverlässig durch.


In der Praxis ist man müde, hat einen schlechten Tag, muss eigentlich los und der junge Hund scheint ausgerechnet heute sehr viel Zeit für seine persönliche Meinung eingeplant zu haben.

Konsequenz, Geduld, Frustrationstoleranz und Impulskontrolle verlangen deshalb nicht nur dem Hund etwas ab.

Sie verlangen auch dem Menschen ziemlich viel ab.


Und ich finde, darüber wird viel zu wenig gesprochen.

Du musst nicht jeden Moment perfekt lösen. Du darfst genervt sein. Du darfst merken, dass du gerade selbst keine besonders beeindruckende Impulskontrolle mehr besitzt.

Entscheidend ist nicht Perfektion, sondern dass man immer wieder zu einer klaren Linie zurückfindet und fair mit sich und seinem Hund umgeht.

Frustrationstoleranz und Impulskontrolle: ähnlich, aber nicht dasselbe

Die beiden Begriffe werden im Hundetraining oft gemeinsam genannt. Sie hängen auch miteinander zusammen, beschreiben aber nicht genau dasselbe.

Ein Hund kann durchaus lernen, eine Handlung zurückzuhalten, und trotzdem grosse Schwierigkeiten damit haben, wenn etwas Erwartetes nicht eintritt.


Frustration beschreibt vereinfacht gesagt genau diese emotionale Seite: Eine Erwartung wird nicht erfüllt, etwas Gewünschtes bleibt aus oder ist nicht erreichbar.

Denn sind wir mal ehrlich: Dass ein Hund sein Leben lang immer genau das bekommt, was er gerade möchte, ist schlicht nicht realistisch.


Umso sinnvoller finde ich es, ihm gerade in der Junghundezeit dabei zu helfen, mit nicht erfüllten Erwartungen zunehmend gelassener umzugehen und sich nach Frust wieder besser zu regulieren. Dafür braucht es passende, sinnvoll aufgebaute Übungen, die zum jeweiligen Hund, seinem aktuellen Trainingsstand und seinem Alltag passen.


Denn ein Hund, der nicht jedes gewünschte Ergebnis braucht, um mit der Welt klarzukommen, bringt ziemlich gute Voraussetzungen mit, später eine echt coole Socke zu werden.

Vielleicht dürfen auch unsere Erwartungen etwas entspannter werden

Gerade am Anfang ist Hundehaltung intensiv.

Erziehung, Ausbildung, Beziehung und Sozialisierung entstehen nicht innerhalb von drei Monaten und sind dann für den Rest des Hundelebens erledigt. Ein junger Hund entwickelt sich weiter, sammelt Erfahrungen und verändert sich. Und wir lernen ihn währenddessen ebenfalls immer besser kennen.


Das bedeutet nicht, dass Hundetraining für immer gleich intensiv bleibt.

Viele Dinge werden irgendwann selbstverständlich. Man kennt sich. Man versteht schneller, was gerade los ist. Situationen, über die früher ausführlich diskutiert wurde, sind plötzlich völlig unspektakulär.


Nur kommt dieser Punkt meistens nicht genau an dem Tag, an dem wir ihn gerne hätten.

Bis dahin braucht es manchmal Wissen, manchmal Konsequenz und ziemlich oft Geduld.

Vor allem mit dem Hund.

Und gelegentlich auch mit sich selbst.


Und irgendwann wirst du zurückschauen

Mitten in der Junghundezeit glaubt man das vielleicht noch nicht.

Aber irgendwann steht da ein erwachsener Hund, und dieser kleine pubertierende Wirbelwind mit seinen Flausen im Kopf ist irgendwie verschwunden.


Dann wirst du vermutlich zurückdenken und feststellen, wie viel in dieser Zeit passiert ist. Wie viel ihr miteinander gelernt habt. Wie sehr sich euer Alltag verändert hat.

Und ein kleines bisschen wirst du diesen verrückten Junghund wahrscheinlich sogar vermissen.

Versprochen.

Vielleicht nicht jeden einzelnen Tag davon. Aber ein bisschen.

Begleitung durch die Junghundezeit

Aus genau diesem Grund ist meine Junghundebegleitung im Kanton Zürich entstanden.

Sie verbindet die praktische Hundeausbildung Zürich in der Kleingruppe mit einem Hausbesuch, Wissen rund um Pubertät und Adoleszenz, wichtigen Grundlagen für den Alltag sowie einem besonderen Schwerpunkt auf Frustrationstoleranz und Impulskontrolle.


Gerade in einer Zeit, in der uns auf Social Media unzählige Trainingstipps begegnen, finde ich den individuellen Blick auf den einzelnen Hund besonders wichtig. Denn nicht jede Methode, Übung oder Erwartung passt zu jedem Mensch-Hund-Team.


Deshalb möchte ich euch während dieser manchmal etwas turbulenten Zeit persönlich begleiten, genau hinschauen und gemeinsam mit euch herausfinden, was zu deinem kleinen Wirbelwind und eurem Alltag passt.


Der erste Durchgang startet im September 2026 und ist auf 5 Mensch-Hund-Teams begrenzt.


 
 

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