Hundetrainer gesucht? Worauf du achten solltest
- Viola Baumert

- 24. Mai
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 22. Juni
Hinweis: Die Inhalte dieses Artikels sind bewusst vereinfacht und sollen eine erste Orientierung bieten. Viele Themen rund um Hunde und Hundetraining sind komplex und lassen sich nicht auf ein einfaches „richtig“ oder „falsch“ reduzieren. Die Gedanken in diesem Artikel spiegeln meine persönliche Sichtweise, meinen aktuellen Wissensstand und meine Erfahrungen wider. Sie ersetzen keine individuelle Beratung und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Wer sich Unterstützung im Hundetraining sucht, wird schnell feststellen: Das Angebot ist gross.
Zwischen Gruppenkursen, Einzeltrainings, Onlineangeboten und unterschiedlichsten Ansätzen fällt es oft schwer, den Überblick zu behalten.
Doch worauf sollte man bei der Wahl einer Hundetrainerin oder eines Hundetrainers achten?
Fachwissen und Weiterbildung
Eine fundierte Ausbildung und regelmässige Weiterbildungen sind wichtige Grundlagen.
Gleichzeitig hört Lernen im Hundetraining nie auf. Verhalten ist komplex und auch Fachpersonen entwickeln sich ständig weiter.
Scheue dich deshalb nicht, nach Ausbildungen, Schwerpunkten oder Erfahrungen zu fragen.
Es gibt nicht nur den einen richtigen Weg
In der Hundewelt gibt es unterschiedliche Ansätze und Meinungen.
Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass alle anderen falsch liegen.
Wichtiger als einzelne Schlagworte ist aus meiner Sicht die Frage:
Fühlst du dich verstanden und ernst genommen?
Denn gutes Hundetraining sollte nicht nur dem Hund helfen, sondern auch den Menschen begleiten.
Individualität statt Patentrezepte
Jeder Hund ist anders.
Deshalb gibt es selten Lösungen, die für alle Hunde gleich gut funktionieren.
Wenn dir versprochen wird, dass ein Problem garantiert nach einer Trainingsstunde komplett verschwindet oder jeder Hund mit derselben Methode trainiert werden kann, lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Nachhaltige Veränderungen brauchen Zeit und individuelle Lösungen.
Fragen sind erlaubt
Du darfst nachfragen.
Warum wird eine bestimmte Übung gemacht?
Was ist das Ziel?
Welche Alternativen gibt es?
Eine gute Hundetrainerin oder ein guter Hundetrainer sollte erklären können, weshalb etwas trainiert wird. Denn nur wer versteht, kann im Alltag selbstständig und authentisch handeln.
Wie fühlst du dich nach dem Training?
Vielleicht einer der wichtigsten Punkte überhaupt.
Du solltest dich ernst genommen fühlen und mit mehr Klarheit und Zuversicht nach Hause gehen , nicht mit Schuldgefühlen oder dem Eindruck, versagt zu haben.
Auch die Chemie darf stimmen
Hundetraining bedeutet Zusammenarbeit. Deshalb darfst du dir auch die Frage stellen:
Passt diese Person überhaupt zu mir?
Nicht jede Hundetrainerin oder jeder Hundetrainer passt zu jedem Mensch-Hund-Team.
Und das ist völlig in Ordnung.
Nicht jede Hundetrainerin und jeder Hundetrainer behandelt jedes Thema
Hundetraining ist ein breites Fachgebiet.
Welpen, Junghunde, Alltagstraining, Tierschutzhunde, Jagdverhalten, Angstverhalten oder komplexe Aggressionsproblematiken bringen unterschiedliche Anforderungen mit sich.
Deshalb hat jede Fachperson eigene Schwerpunkte und Interessen.
Eine gute Hundetrainerin oder ein guter Hundetrainer sollte zunächst einschätzen können, ob ein Thema im eigenen Fachgebiet liegt oder ob zusätzliche Unterstützung sinnvoll wäre.
Nicht jedes auffällige Verhalten erfordert sofort eine Spezialisierung. Gerade bei komplexen Themen oder dem Verdacht auf gesundheitliche Ursachen kann jedoch die Zusammenarbeit mit spezialisierten Hundetrainerinnen, Verhaltenstierärztinnen oder anderen Fachpersonen sinnvoll sein.
Aus meiner Sicht zeugt es von Professionalität, die eigenen Grenzen zu kennen und bei Bedarf weiterzuverweisen.
Bewertungen und grosse Namen sind nicht alles
Empfehlungen, Google-Rezensionen oder bekannte Namen können hilfreich sein.
Sie sagen jedoch nicht automatisch etwas darüber aus, ob eine Fachperson zu dir und deinem Hund passt.
Manchmal findet man die passende Unterstützung in einer grossen Hundeschule.
Und manchmal bei einer kleinen Hundeschule aus deiner Region.
Die Trainingsphilosophie sollte nicht das Auswahlkriterium sein
Spätestens bei der Suche nach einer Hundetrainerin oder einem Hundetrainer begegnet man vielen Begriffen und Trainingsphilosophien.
Ein fairer und gewaltfreier Umgang mit dem Hund sollte dabei selbstverständlich sein.
Darüber hinaus würde ich die Wahl jedoch nicht ausschliesslich von einzelnen Schlagworten abhängig machen.
Viel wichtiger ist aus meiner Sicht:
Wirst du ernst genommen?
Wird dein Hund respektvoll behandelt?
Werden Zusammenhänge verständlich erklärt?
Wird individuell auf euch als Team eingegangen?
Darfst du Fragen stellen?
Werden sowohl die Bedürfnisse des Hundes als auch die Möglichkeiten des Menschen berücksichtigt?
Denn auch innerhalb derselben Trainingsphilosophie können Hundetrainerinnen und Hundetrainer sehr unterschiedlich arbeiten.
Lerne die Hundetrainerin oder den Hundetrainer kennen
Ein Erstgespräch oder eine einzelne Trainingsstunde können helfen herauszufinden, ob die Zusammenarbeit für beide Seiten passt. Schliesslich ist Hundetraining Vertrauenssache.
Viele Hundeschulen bieten deshalb die Möglichkeit, sich zunächst kennenzulernen und gemeinsam zu schauen, ob die Chemie stimmt.
Denn manchmal merkt man erst im persönlichen Kontakt, ob man sich verstanden und gut aufgehoben fühlt.
Mein persönlicher Rat
Vertraue nicht nur auf Zertifikate, grosse Namen oder Social Media.
Höre auch auf dein Bauchgefühl.
Denn am Ende geht es nicht darum, die beste Hundetrainerin oder den besten Hundetrainer der Welt zu finden.
Sondern jemanden, der euch respektvoll begleitet, Zusammenhänge verständlich erklärt, bei dem Vertrauen wachsen darf und Fortschritte im Zusammenleben mit Hund sichtbar werden.
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